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unilogo Universität Stuttgart
NUSS

NUSS - eine Einführung

 

Notebook-University Stuttgart - NUSS

 

Fachbereich: Notebook-University

Förderzeitraum: 01.08.2002 bis 31.12.2003, Förderkennzeichen: 08NM227

Fördersumme: 964.000 Euro

Abstract:
Im Rahmen des Projektes sollen zentrale Elemente einer Notebook-Universität als Lehr- und Organisationsform innerhalb der Universität Stuttgart erprobt und evaluiert werden. Dies soll exemplarisch in Lehrveranstaltungen geschehen, die einen Querschnitt durch das universitäre Lehrangebot darstellen, so dass verallgemeinerbare und übertragbare Ergebnisse entstehen. Im Zentrum steht der "didaktische Mehrwert", der sich durch den gezielten Einsatz tragbarer Geräte erreichen lässt, in dem herkömmliche Lehr- und Lernarrangements den neuen technischen Möglichkeiten angepasst oder neuartige Formen des Lernens und der Kooperation genutzt werden. Neben einer Flexibilisierung des Zugangs, der Bereitstellung und der Verarbeitung von Informationen geht es dabei insbesondere um Lehr- und Lernformen, die den Studierenden erweiterte Möglichkeiten eigenaktiven und problemorientierten Arbeitens eröffnen. Theoretische und praktische Anteile (etwa in Simulationen) werden integriert.
Eine weitere bedeutsame Veränderung ergibt sich im Bereich der Kommunikation und Kooperation. Hier geht es darum, die für die flexible ortsunabhängige Kooperation erforderlichen überfachlichen Qualifikationen zu vermitteln.

Zielsetzung
Die Universität der Zukunft steht vor völlig neuen Herausforderungen und Möglichkeiten. Internationalisierung, zunehmende Mobilität und Beschleunigung der Informationsverarbeitung erfordern neue Lehr- und Lernformen. Notwendig werden Lehr- und Lernformen, die sich nicht nur mit anderen Formen des Zugangs zu Informationen auseinandersetzen, sondern darüber hinaus andere Formen der Verarbeitung von Informationen berücksichtigen. Einmal geht es dabei um die Frage, wie aus Informationen Wissen werden kann, wie die Studierenden in den Stand gesetzt werden können, ständig anschwellende Informationsfluten reflektiert und kompetent zu reduzieren und eigenständig zu verarbeiten - in der Terminologie Humboldts: wie nicht nur unverstandene Resultate vermittelt, sondern Einsicht gefördert wird. Andere Anforderungen an die Verarbeitung von Informationen ergeben sich zu dem in der sozialen Dimension. Kommunikation und Kooperation mit räumlich entfernten Partnern in wechselnden Projekten und personellen Zusammensetzungen nehmen an Bedeutung zu. Die Universität ist mit der Frage konfrontiert, tradierte Lehr- und Arbeitsformen daraufhin zu überprüfen, wie sich unter den beschriebenen Bedingungen veränderte und verbesserte Formen des Lehrens und Lernens erschließen lassen.

Dazu gehört auch, die Möglichkeiten, die sich durch die technologische Entwicklung bieten, hinsichtlich der Optimierung der Lehre zu überprüfen. Die Miniaturisierung von Geräten im IT-Bereich bei gleichzeitig gesteigerter Leistungsfähigkeit und -bandbreite eröffnet andere und neue Formen des Arbeitens. Im Falle von Notebook-Rechnern kommt die räumliche Mobilität hinzu, die durch Funknetze und Internetanbindung zusätzlich erhöht wird. Die Möglichkeiten neuartiger Lehr-/Lernarrangements werden durch die Entwicklung von Software unterstützt, die Kommunikation und Kooperation in Arbeitsgruppen fördern.
In diesem Projekt soll erprobt und geprüft werden, welcher "didaktische Mehrwert" sich durch die Nutzung von mobilen Geräten und drahtloser Technologie in universitären Lehr-/Lernarrangements ergibt. Der Fokus bei den Lernprozessen liegt bei veränderten Formen des (z.B. ortsunabhängigen) Zugangs zu Informationen, der veränderten Verarbeitung von Informationen (z.B. durch Erhöhung der aktiven Beteiligung von Studierenden) und der Kooperation (z.B. in Projektgruppen). Der Einsatz von mobilen Geräten und drahtloser Technologie soll dabei auf solche Arrangements konzentriert werden, in denen der "didaktische Mehrwert" am deutlichsten gesteigert werden kann, indem herkömmliche Lernarrangements weiterentwickelt und verbessert werden können oder neuartige Formen des Lehrens und Lernens hinzu kommen, die erst mit den neuen Technologien möglich werden.

Lehr-Lernszenarien
Die Basis für die Arbeit in den 4 Teilprojekten bilden die drei wesentlichen Elementen der Lehre, wie sie in Zukunft unter Verwendung von Notebooks zu gestalten ist. Es wird von den im folgenden beschriebenen, drei fächerunabhängigen Szenarien ausgegangen. In allen drei Szenarien ist die Realisierung der didaktischen Flexibilisierung und der Individualisierung der Übungen in zeitlich passendem Rahmen ein zentraler Punkt.

Szenario 1: Flexibilisierte und individualisierte Verarbeitung von Inhalten

In zahlreichen Lehrveranstaltungen bestünde zwar grundsätzlich die Möglichkeit, die vermittelten Themen durch Veranschaulichung, z.B. in Experimenten oder
Simulationen, aufzulockern, Lerninhalte durch Übungen verständlicher zu gestalten und nachhaltiger zu festigen. Dies ist aber in vielen Fällen wegen des damit verbundenen apparativen und zeitlichen Aufwands nicht oder nur eingeschränkt möglich, erst recht keine flexible Integration in die Lehrveranstaltung. Ein weiteres Problem stellt sich, wenn den Studierenden eine aktive Auseinandersetzung mit den Lehrinhalten ermöglicht werden soll, die im Ideal Spielraum für individuelle Vorgehensweisen lässt (Zeiteinteilung für Lehrinhalte, Wiederholungen usw.). Diese Probleme werden weiter verstärkt, wenn zeitlich begrenzt Lernen in wechselnden Sozialformen (Partnerarbeit, Gruppenarbeit, Plenum...) wünschenswert ist.

Mobile Rechner mit Funkunterstützung bieten hier vollkommen neue Möglichkeiten, z.B. in Vorlesungen Experimente zu integrieren, Versuche von Studierenden durchführen zu lassen, in Übungen und Seminaren flexible Arbeitsgruppen an Simulationsmodellen arbeiten zu lassen usw. Als Applikationen kommen dabei neben Präsentationswerkzeugen fachspezifische Systeme wie beispielsweise Softwareentwicklungsumgebungen, Simulationen von Kommunikationsprotokollen oder Regelkreisen, reale oder Tele-Experimente in Frage.

Szenario 2: Ortsunabhängige Kooperation und Projektarbeit

Arbeit im Team nimmt zwar nicht nur im Studium, sondern auch im späteren Arbeitsleben an Bedeutung zu, bedeutet aber immer weniger stabile face-to-face-Kontakte. Arbeiten im virtuellen Team und in Projekten bedeutet vielmehr zunehmend die Kommunikation und den Datenaustausch mit wechselnden Personen an anderen Orten. Bereits im Studium findet Team- und Projektarbeit unter den Bedingungen unterschiedlicher Stundenpläne, Zeitbudgets, Hochschulstandorte usw. statt. Die Forderung nach verstärkter Praxisorientierung, der Verzahnung der universitären Lehre mit den Erfordernissen der außeruniversitären Umwelt verstärkt diese Schwierigkeiten und trägt nicht unerheblich zu zusätzlicher Zeit- und Arbeitsbelastung der Studierenden bei. Mobile Rechner bieten hier die Möglichkeit, die Kooperation unabhängig vom jeweiligen Standort fortzusetzen, auf die jeweils erforderlichen Daten zurückzugreifen und auch zeitlich versetzt entsprechend den jeweiligen Möglichkeiten an der Projektarbeit zu partizipieren.

Szenario 3: Flexibilisierung des Zugangs zu Informationen

Material wird Studierenden heute z.B. in Folienkopien vor oder nach der Veranstaltung zur Verfügung gestellt, häufig auch in elektronischer Form. Es handelt sich dann allerdings um vorgefertigte Informationen, die insbesondere nicht die subjektiv wichtigen Ergänzungen und Kommentare des einzelnen Studierenden während der Veranstaltung integrieren. Gerade diese individuelle Bearbeitung und Aneignung scheint aber nach bisherigem Wissensstand wesentlich zum Lernerfolg beizutragen.

In anderen Fällen, etwa bei Einsätzen im Feld, bei denen Daten entweder vor Ort erhoben und/oder Daten aus Netzen abgerufen werden müssen, fallen Arbeits- und Lernmöglichkeiten ganz weg, wenn nicht mobile Systeme mit Funkunterstützung eingesetzt werden.

Das Vorhaben "Notebook Universität Stuttgart" ergänzt und erweitert die Projekte "100-online" und self-study online sowie das Projekt "Notebooks for Students" und wird zur Nachhaltigkeit des gesamten Maßnahmenpakets beitragen.

Ansprechpartner
Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. Peter Göhner, Prorektor für Lehre und Weiterbildung

Projektkoordination und Ansprechpartnerin:
Barbara Burr, Rechenzentrum Universität Stuttgart,
Tel. 0711-685-5811